Gemeinsam machen wir Schule

Die Idee zur Gründung eines neuen evangelischen Ganztagsgymnasiums entstand vor ungefähr 10 Jahren. Ziel war es pädagogische Reformgedanken für eine gute Schule in die entsprechenden Rahmenbedingungen zu übertragen. Die Chancen, die der  erweiterte Zeitrahmen des Ganztagsgymnasiums  bietet,  sollten sich dabei  nicht nur auf die Verbesserung von Unterricht beziehen. Ein ganzheitliches Konzept sollte auch ermöglichen, die Schule zu einem Raum des Lebens und Lernens zu machen.

Das Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasium geht deshalb über den Fachunterricht weit hinaus und stellt seinen Schüler/innen eine Vielfalt von Lerngelegenheiten bereit. Damit geht eine Öffnung der Schule für neuere Lernformen  wie Handlungsorientierung, Eigenverantwortliches Lernen und Arbeiten, Projektarbeit und praktisches Lernen ebenso einher wie die Öffnung der Schule für außerschulische Situationen, Bereiche und Partner, so dass die Schülerinnen und Schüler einen eigenen Zugang  zur inner- und außerschulischen Wirklichkeit finden können.  

Als gebundenes Ganztagsgymnasium bietet das DBG seinen Schülerinnen und Schülern einen deutlichen Mehrwert an Zeit. Ungefähr 480 Schülerinnen und Schüler werden an vier Tagen in der Woche von jeweils 8.00 Uhr bis 16.00 Uhr beschult, lediglich mittwochs endet der Unterricht bereits um 13.00. So bleibt viel Zeit zum Leben, Lehren und Lernen, es bleibt Zeit für die Betreuung der Schulaufgaben, zum Fördern und Fordern und zum Entdecken und Ausprobieren individueller Neigungen und Begabungen und für individuelle Beratung und Erziehung.  

Von den Schulen wird in einer immer sich immer schneller verändernden Welt neben den fachlichen Standards vor allem die Vermittlung so genannter Schlüsselqualifikationen wie Kommunikationsfähigkeit, Teamfähigkeit und selbständiges Arbeiten gefordert. Von Beginn an bildet deshalb das Erlernen von Arbeitstechniken und -methoden am Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasium eine wichtige Säule der pädagogischen Arbeit, an der sich die gesamte Lehrerschaft beteiligt. Inspiriert durch die Ideen von Heinz Klippert hat das Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasium eine Strategie zur Vermittlung von Schlüsselqualifikationen entwickelt. Fällt die Abkürzung „Lele“ (= Lernen lernen), dann weiß an der Schule jeder, worum es geht. In einem verbindlichen Methodenfahrplan werden Phasen des Methodentrainings, des Kommunikationstraining und des Teamtrainings sinnvoll miteinander verbunden. 

Die Prägung auf christliche Werte und Überzeugungen gehört zu den zentralen Anliegen des Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasiums. Ethische Überzeugungen und christliche Werte sollen im täglichen Umgang miteinander erfahrbar werden. Das Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasium hat daher ein Curriculum „Soziales Lernen“ entwickelt. Dieses beinhaltet die Ausbildung von Streitschlichtern, Projekte zur Primärprävention und zur Prävention im Team aber auch erlebnispädagogische Projekte und Maßnahmen, die auf die Stärkung der Selbstwahrnehmung und des Selbstwertgefühls ebenso zielen wie auf den Umgang mit anderen.

In dem Sinne, dass im Zusammenleben in einer Gemeinschaft auch Verantwortung für andere übernommen werden muss, ist das Schulleben am Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasium ein erkennbar wertegeprägtes Geschehen.  

Im Mittelpunkt der pädagogischen Arbeit an der Schule steht der Mensch. Vor diesem Hintergrund bietet das DBG Eltern und Schülern eine Vielzahl von Beratungsmöglichkeiten. Die Schule hat ein Beratungskonzept entwickelt, in dessen Mittelpunkt das Lehrer-Schüler-Elterngespräch steht, ein halbstündiges Gespräch, in dessen Verlauf  die Eltern und Schüler Gelegenheit haben, mit den Klassenlehrern zu sprechen. Es signalisiert gegenseitiges Annehmen und Ernstnehmen, bringt Lehrer, Eltern und Schüler auf Augenhöhe zusammen. Das Lehrer-Schüler-Elterngespräch wird durch Fachlehrersprechtage und weitere Beartungsangebote bis hin zur Schulseelsorge flankiert und ergänzt.  

Die Zusammenarbeit zwischen Erziehungsberechtigten und Schule ist ein selbstverständlicher Bestandteil der Schulkultur am Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasium. Eltern sind zu Partnern der Schulentwicklung und zu Mitgestaltern einer modernen Lern- und Lebenskultur in der Schule geworden. Eltern helfen bei der Ausgabe des Mittagessens, sie organisieren Vortragsreihen an der Schule und bringen sich in Projekte des sozialen Lernens ein. Eltern leiten Arbeitsgemeinschaften und Neigungsgruppen, die Schulmediothek wird von Eltern organisiert und betreut. Diese Form der Elternbeteiligung macht die Schulgemeinschaft des Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasiums aus. Gemeinsam machen wir Schule.  

OStD i.K. Gerhard Deussen (Schulleiter)