„Feste soll man feiern, wie sie fallen“, sagt der Volksmund. So ein Fest ist schließlich eine wunderbare Sache. Spaß haben, ausgelassen feiern, zusammen sein oder auch einfach Zeit haben, sich mit alten Freunden austauschen, dazu bietet ein Fest genügend Gelegenheiten. Mehr ...
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Es gibt Straßenfeste, Dorffeste, Kirmes, Stadtteilfeste, Vereinfeste, Sportveranstaltungen oder Themenfeste. Alle haben gemeinsam, dass sie den Alltag unterbrechen sollen. Sonst würden aus Festtagen ja allzu schnell Alltage.
In der Kirche feiern wir auch besondere Feste wie Ostern oder Weihnachten. Alle zwei Jahre ist Kirchentag, in diesem Jahr sogar ökumenisch. Das sind Feste der Begegnung und des Glaubens. Und manchmal, wie in diesem Jahr gibt es auch Kirchentage in der Region: den Kreiskirchentag des Evangelischen Kirchenkreises Trier am Sonntag in Schweich.
Ein Tag, der anders ist als sonst: es wird miteinander gefeiert, viele haben Spaß an verschiedenen bunten Angeboten. Sie lassen sich von der Musik inspirieren und von Nachdenklichem bewegen.
Sie können sich mit christlicher Meditation beschäftigen und ein vielfältiges Kinder- und Familienprogramm erleben. Und zum Schluss feiern sie miteinander Gottesdienst. Ich erinnere mich gerne an den letzten Kreiskirchentag. Deshalb hoffe ich, dass auch dieser ein Fixpunkt für alle wird, die kommen.
Ein Fest, das Kraft und Mut gibt, für mich, mein Leben, meinen Glauben. Auch wenn mich der Alltag wieder in Beschlag nimmt. Und dann denke ich: schön zu dieser Kirche zu gehören, die bunt und zugleich nachdenklich ist, die mir Raum bietet, wenn ich mich freue oder traurig bin.
Gespannt darauf? Sie sind herzlich willkommen!
„Schauen Sie die Nachrichten – da lernen Sie am meisten über die Menschen“ habe ich mal gehört. Diese Woche habe ich da viel gelernt. Die Hilfsorganisationen machen darauf aufmerksam, dass für die Flutopfer in Pakistan zu wenig gespendet wird. Mehr ...
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Ich bin verwundert, weil es doch beim Erdbeben in Haiti anders war. Im Internet mache ich mich kundig. Was ist der Grund dafür? Sind es die Ferien? Ich lese, man solle nichts spenden, weil die Spendengelder doch in einem korrupten Land in die falschen Hände kommen, weil ein Teil der Gelder ganz bestimmt in die Hände der Terroristen kommen würde und nicht bei den bedürftigen Menschen.
Ehrlich gesagt, ich frage mich zugegebenermaßen ein bisschen überspitzt: Ist Hilfe nur bei denen angebracht, die als politisch absolut korrekt erscheinen? Geht es bei der Hilfe noch um etwas anders als nur um Hilfe? Was ist Hilfe?
Ursprünglich heißt Hilfe: „Beistand, aktiv Anteilnehmen“, und helfen heißt sogar: „Heilung bringen“. Und spenden heißt ursprünglich „gemeinnützig, etwas für einen bestimmten Zweck geben.“
Da scheint sich wohl etwas zu verändern im Umgang mit der Hilfe. Und nun? Nicht helfen, weil eventuell bei aller Hilfe auch etwas schief laufen könnte? Mir hat ein Wort geholfen: „Denn ich bin hungrig gewesen und ihr habt mir zu essen gegeben. Ich bin durstig gewesen und ihr habt mir zu trinken gegeben. Ich bin ein Fremder gewesen und ihr habt mich aufgenommen. ...“
Oh, was da alles hätte schief gehen können - Nein, in der Tat, genau so verstehe ich Hilfe. Hilfe als Hilfe, ohne die Frage, ob es opportun ist. Sie können es übrigens nachlesen im Matthäus-Evangelium.
Fast jede Woche ein Rücktritt, die Veränderungen in den diversen Führungsebenen kamen nahezu am laufenden Band. Ich kann mich kaum erinnern, derartiges so deutlich erlebt zu haben. Manche Rücktrittserklärungen erscheinen mir plausibel. Mehr ...
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Der Ausdruck „Amtsmüdigkeit“ aber lässt mich aufhorchen. Wenn man sich für ein gewähltes Amt zur Verfügung stellt, weiß man doch, um die Herausforderungen. Und wie lange die Legislaturperiode ist. Aber scheinbar ist das nicht immer so deutlich, habe ich jetzt gelernt. Wie dem auch sei, bei dem Wort „Amtsmüdigkeit“ werde ich nachdenklich. Amtsmüdigkeit heißt doch, einer kann nicht mehr. Einem ist alles zu viel, die Herausforderungen sind zu groß. Scheinbar hilft selbst keine Aufmunterung mehr. Da will einer nur noch seine Ruhe, lässt keinen mehr an sich ran.
Es ist wie bei Elia, dem amtsmüden Propheten, der zu Gott klagt: „Es ist genug, so nimm nun, Herr, meine Seele.“ Interessanterweise darf Elia erst mal ruhen unter einem Wacholder, aber Gott sagt auch: „Steh auf und iss!“. Ein paar Mal passiert dies: dieses Schlafen und das Stärken mit Brot und Wasser. Und dann „Steh auf und iss! Denn du hast einen weiten Weg vor dir.“ Elia wird deutlich gesagt: „Du wirst gebraucht. Du kannst dich nicht hinter deiner Amtsmüdigkeit verstecken. Es gibt genug zu tun. Auf!“
Sommerloch Amtsmüdigkeit? Vielleicht ist ja gerade jetzt in den Ferien Zeit auszuruhen. Aber es gilt auch: „Steh auf und iss! Denn du hast einen weiten Weg vor dir.“ Das jedenfalls wünsche ich mir von den Menschen, die sich in ein Amt wählen lassen. Nein, eigentlich wünsche ich dies uns allen.
Die Entscheidung ist gefallen. Die Spanier sind Fußballweltmeister! In einem Spiel, das sich mehr durch Anstrengung und Härte als durch fairen Wettbewerb auszeichnete, setze sich die spanische Nationalmannschaft gegen die der Niederlande durch. Mehr ...
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Lachen und unbändige Freude auf der einen Seite, Tränen, Enttäuschung und Frust auf der anderen. Freudig zeigte der spanische Torschütze den begehrten Pokal, das sichtbare Zeichen des Sieges.
Laufen, um den Siegespreis zu erringen, das erinnert mich an das, was der Apostel Paulus über den christlichen Glauben im Vergleich zum Wettkampf sagt:„Lauft so, dass ihr den Siegespreis erlangt“(1.Kor 9,24). Dabei geht es dem Apostel nicht um den Lorbeerkranz, sondern um den „unvergänglichen Kranz“.
Wie ein Läufer trainiert und sich für den Wettkampf vorbereitet, so sollen auch die Christen sich darin üben, im Glauben an Jesus Christus voranzukommen. In diesem Sinne gelten im Sport und im Glauben vergleichbare Verhaltensweisen. Nur das Ziel ist ein anderes.
Im Glauben punktet, wer sich zu Gott bekennt und sich in Nächstenliebe übt. Das heißt nicht, dass Sport, bzw. Fußball und Glauben Gegensätze darstellen. Es geht um Fairness und gutes Miteinander.
Darüber hinaus geben sich immer wieder Spieler als Christen zu erkennen. Cacau, z.B. hat sich entschieden, mit Gott zu leben.
Kaum zu glauben, wie viele Menschen mir in diesen Tagen erzählen, wo und mit wem sie Spiele der Fußballweltmeisterschaft anschauen. Mehr ...
... Selbst jene, von denen ich weiß, dass sie mehr Fernseher als Familienmitglieder haben, berichten, dass sie dieses oder jenes Spiel im Biergarten, in einer Kneipe oder verabredet bei Freunden gesehen haben.
Dabei geht es erfahrungsgemäß etwas lauter zu, Stimmung wird verstärkt, Freude und Enttäuschung, Wut und Begeisterung gemeinsam geteilt. Bei manchen dieser Veranstaltungen wird sogar gesungen auch von jenen, die das sonst für sich ablehnen würden.
Solche Berichte erinnern mich an meine Kindheit, als noch nicht in jedem Haushalt ein Fernseher stand. Damals wurden wir immer wieder von einer älteren sportversessenen Hausbewohnerin zum Fernsehen eingeladen. Manche Nacht sind wir Kinder im Bademantel gemeinsam mit dem Vater die vier Etagen aufgestiegen, um mit anderen Hausbewohnern Boxkämpfe oder die Mondlandung anzusehen.
Und auch später im Studium war das gemeinsame Fernsehen immer wieder angesagt. Dabei kam es dann auch schon mal zu leidenschaftlichen Diskussionen, vor allem zu politischen Fragestellungen. Dann waren wir überzeugt, die Welt zu retten.
Während ich so darüber nachdenke, spüre ich, dass da etwas verloren gegangen ist, das mit Gemeinschaft und Kommunikation zu tun hat, aber auch mit demokratischen Grundvoraussetzungen. Seine Meinung anderen Meinungen auszusetzen, sich selbst nicht für den Mittelpunkt des Universums zu halten und andere Standpunkte auszuhalten, ist für unser Gemeinwesen überlebenswichtig.
Dazu braucht es Räume und Zeiten der Begegnung. Aber gelingt das nur während einer Fußballweltmeisterschaft? Was passiert danach? Es macht Sinn, darüber nach zudenken, wie wertvoll mit anderen geteilte Zeit sein kann, die Begegnungen mit Menschen, die Zeit für Freunde.
Mich erinnert das an viele Geschichten der Bibel, in denen Jesus einlädt an seinen Tisch ohne Ansehen der Person, weil ihm grundsätzlich und leidenschaftlich an Menschen, ja an jedem Menschen liegt.
Kein Wunder, dass die Bibel für solche Begegnungen Bilder grandioser Feste zeichnet, wenn auch ohne Vuvuzelas. Aber klar, Gott liegt eben am Wohlergehen von uns Menschen. Und dazu sind Vuvuzelas kein nachhaltiger Beitrag.
Psalm 77,6f: Ich gedenke der alten Zeit, der vergangenen Jahre. Ich denke und sinne des Nachts und rede mit meinem Herzen, mein Geist muss forschen.
Es war einmal - so fangen Märchen an. Mehr ...
... Aber nicht nur Märchen, sondern ebenso Geschichten, die das Leben in unsere eigene Biografie hinein geschrieben hat und die ein Teil unserer eigenen Vergangenheit sind.
Es war einmal...-und was unausgesprochen mitschwingt, bei jenen Worten, ist oft dies: Es ist vorbei; lange her und nur noch ein Stück Erinnerung. So werden die Burgen zu Ruinen. Das Nichterinnern lässt sie zerfallen - mit den Bilder, Gerüchen, Stimmen und allem, was auch noch dazugehört - versanden die Steine und verwehen. Stolze Mauern verwittern und lassen nur noch die großen Geschichten erahnen, die sie eigentlich erzählen wollen.
Eigentlich sollte es anders sein. Wir hinterlassen in den Zeiten und an den Orten, die in unserem Leben von Bedeutung waren, ein Stück unserer Seele. Solche Zeiten und Orte sind von da an beseelt. Mit den Menschen, die dabei waren, an unserer Seite und von denen ebenfalls ein Stück ihrer Seele dort verweilt, verbindet uns, etwas Besonderes geteilt zu haben, das von da an - auch wenn es von unserer Gegenwart aus immer weiter in die Vergangenheit zurückfällt- ein Eigenleben führt.
Spuren unserer selbst, die ein Stück unseres Lebens unvergesslich machen. Unvergesslich - solange - wir sie aus unserer Gegenwart immer wieder - hin und wieder besuchen. Denn sonst verblassen sie zu reinen Erinnerungsfetzen, die sprachlos sind und uns den Schatz unserer Vergangenheit nicht mehr zeigen können.
Im Rückblick erkennen wir oft viel deutlicher, wie Gott uns an die Hand genommen hat, uns bewahrt und behütet, uns geleitet und begleitet hat. Dankbarkeit wächst aus diesem Erinnern und Trost, dass Gott auch in der Zukunft für uns da ist, wie wir es an allen Ecken und Enden unserer Vergangenheit spüren können.
Es war einmal – und es ist immer noch so – und es wird auch zukünftig so sein. Und so gedenke ich der alten Zeiten, der vergangen Jahre und spüre, dass sie nicht einfach vorbei, sondern bei Gott aufgehoben sind, weil er alles bewahrt, was beseelt ist.
Die Mauern der Konstantin-Basilika waren einfach nicht kaputt zu kriegen. Von den Franken nicht, als sie 407 Trier in Schutt und Asche legten. Und auch nicht von all den anderen Soldatenhaufen, die danach Generation für Generation die Moselstadt durchzogen. Mehr ...
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Nun gut, die Mauerkrone ist immerhin so dick, dass locker ein Bus drauf fahren könnte, ohne abzustürzen. Zur Burganlage umgebaut boten die Mauern des ehemaligen Thronsaales Kaiser Konstantins einen höchst soliden Schutz.
Ja, selbst die kurfürstlichen Bischöfe konnten nur die Hälfte abreißen, als sie hier ihr Schlösschen drum herumbauten – das kurfürstliche Palais. Spuren aus all diesen Epochen, die können Sie sehen, wenn Sie die Mauern der Basilika betrachten.
Die Steine erzählen die Geschichte jeweils ihrer Zeit. Auch die neuen Sandsteine, die der Preußenkönig Friedrich Wilhelm IV. verwenden ließ, um aus dem inzwischen reichlich maroden Monument eine Evangelische Kirche zu erbauen. Auch sie erzählen – Lebensgeschichten.
Mit einem besonderen Gottesdienst und familiengerechten Führungen erinnert unsere Evangelische Kirchengemeinde in Trier an diesem Sonntag an die wechselhafte Geschichte der Basilika. Anlass ist der 5. UNESCO-Welterbetag.
Ich meine: Eine gute Gelegenheit, um Kultur und Evangelium miteinander zu verbinden. Denn die Steine der Trierer Basilika sind ein gutes Zeichen: Ein Symbol für all die Menschen, die hier gelebt und gewirkt haben. Symbol auch für die evangelische Gemeinde, die sich hier seit mehr als 150 Jahren versammelt. Symbol für die Millionen Menschen, die jedes Jahr unsere Kirche besuchen.
Ja, und der Mörtel, der die ganzen verschiedenen Steine zusammenhält und verbindet? Der wird - vielleicht kann man das so sagen - zum Zeichen und Symbol für das, was uns zusammenhält: Die Liebe, mit der uns Gott liebt durch Jesus Christus. Die Liebe, zu der er uns – ja – anstiftet.
Everybody hurts – Der Song der amerikanischen Band R.E.M. ist mittlerweile ein Klassiker. Zugunsten der Hilfe für die Erdbebenopfer in Haiti wurde er noch einmal neu aufgelegt – als als ein Zeichen der Hoffnung.
Eine gute Wahl. Ich mag das Lied. Mehr ...
... Der Rhythmus nimmt mich langsam mit hinein in die Stimmung zwischen Traurigkeit und Hoffnung. Die Musik umhüllt mich sanft. “Wenn sich der Tag wie die Nacht anfühlt und du das Gefühl hast, dass dir alles entrinnt. Wenn du genug vom Leben hast. Halte durch.“
In solchen Situationen hilft mir so ein Lied. Es ist gut, dass meine Freunde, mein Familie zu mir halten. Und es tut gut zu spüren, dass auch Gott mich nicht alleine lässt.
In den Psalmen klingt das so: „Von allen Seiten umgibst du mich und hältst deine Hand über mir.“ Die Botschaft ist klar:. Du bist nicht allein! Gott ist bei dir. Seine schützende Hand umhüllt dich sanft. Also: gib nicht auf!
Ich muss vieles als Pfarrerin tun: Beerdigen, taufen, Gottesdienste feiern, Menschen beistehen, wenn es ihnen nicht gut geht - und träumen. Nur wenn wir träumen, erinnern wir uns an das, was wichtig ist und noch fehlt.
Ich träume von EINER Kirche. Mehr ...
... Einer Kirche, die nicht zertrennt ist in verschiedene Konfessionen, sondern die gemeinsam an einem Tisch das Abendmahl feiert. Ich träume von einer Kirche, in der Unterschiede möglich sind, ohne sich gegenseitig auszuschließen. Ich träume von einer Kirche, in der Misstrauen begraben wird, weil einer den anderen versteht.
Viele Träume sind in der Schwebe, haben keinen Halt in der Wirklichkeit. Aber dieser Traum von der einen Kirche schon: Pfingsten!
Der heilige Geist kam über die Jünger und plötzlich erzählten sie in vielen Sprachen von den Geschichten Gottes. Die Menschen hörten dies und fragten: „Was sollen wir tun?“. Damals antwortete Petrus: „Ändert euch und kehrt euch Gott zu!“
Sich Gott zu kehren – das ist nicht nur Privatsache. Das macht man auch gemeinsam. Letzte Woche haben das 160.000 Christen und Christinnen in München auf dem zweiten Ökumenischen Kirchentag getan.
Und am Pfingstmontag werden das katholische und evangelische Christen und Christinnen in Trier tun. Unter dem Motto „Damit ihr Hoffnung habt“ feiern sie einen gemeinsamen Gottesdienst in der Basilika. Gemeinsam wird gebetet. Und gemeinsam wird darüber nachgedacht: Welche ökumenischen Hoffnungszeichen können wir für Trier setzen?
Wir brauchen Hoffnungszeichen, Kreativität und Mut. Denn sie sind es, die unseren Träumen Flügel verleihen.
Früh am Morgen bin ich im Auto unterwegs. Die Sonne scheint auf meine Haut. Langsam beginnen die Frühlingstage mich zu wärmen. Im Radio läuft gerade „Morning Sun“ von Robbie Williams.
„Der Morgen bringt ein Geheimnis“, besingt er die Morgensonne. Mehr ...
... Das erinnert mich an die große alte Rockballade „July Morning“ von Uriah Heep. Beide Songs versetzen mich immer wieder in eine besondere Stimmung: Melancholie und Nachdenklichkeit.
Morgengedanken eben. Das passt zu meiner persönlichen Befindlichkeit an diesem Morgen. „Mit dem Sturm und der Nacht hinter mir war ich auf der Straße unterwegs“, heißt es bei Uriah Heep. Ein Rest meiner Nachtgedanken ist nämlich noch da. Und die waren manchmal quälend.
Die Eindrücke des Vortags sind noch nicht verarbeitet oder gar abgehakt. Ich bewege sie im Halbschlaf und wende sie mehrmals hin und her. War die Entscheidung gestern richtig?, frage ich mich. Aber ich komme zu keinem Ergebnis.
Die Menschen, die die Psalmen der Bibel aufgeschrieben haben, kannten diese Erfahrungen. Nachtgedanken können nämlich ganz schon bedrängend sein. Das weiß man schon seit Urzeiten. Gut, dass irgendwann der Morgen kommt.
Deshalb war für die Psalmdichter der Morgen ein Grund zur Freude. „Gott hilft am Morgen“ und „am Morgen ist Freude“ singen sie. Gott wird früh morgens also als guter Gott erlebt.
Und mir kommt das auch gerade recht. Denn nun geht es mir besser. Die Töne in Moll verflüchtigen sich. Ich bin froh, so früh unterwegs zu sein. Die Nachtgedanken sind verschwunden.
Das Problem, das mich heute Nacht noch gequält hat, erscheint in einem anderen Licht. Die Morgensonne erhellt das Dunkel. Ich sehe wieder klarer. Und ich erkenne das Geheimnis des Morgens: Gott meint es gut mit uns.