Das war der Kreiskirchentag 2010

Schweich – „Es ist ein tolles und vielfältiges Programm“, hieß es am Sonntag von vielen Besuchern auf dem 2. Kreiskirchentag des Evangelischen Kirchenkreises Trier in Schweich. Trotz kühler Temperaturen kamen rund 900 Besucher und Besucherinnen zu dem evangelischen Fest auf dem Gelände des Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasiums.

Besonders die Angebote für Jugendliche und Kinder riefen Begeisterung hervor: Tauchcontainer, Kletterwand, Kinderschminken, Hennatatoos, Bastelaktionen und Lebendkicker hielten die Kinder und Jugendliche den ganzen Tag über in Atem.

„Es ist toll zu sehen, was ein Kirchenkreis stemmen kann“, erklärte Marion Unger, ehrenamtliches Mitglied der Kirchenleitung der Evangelischen Kirche im Rheinland. „Ich werde von hier einige Ideen für unseren eigenen Kirchenkreis mitnehmen.“

Auf dem Markt der Möglichkeiten stellten sich die verschiedenen Gruppen der Regionen vor. Neben Ausstellungen zu Kirchenmusik, dem Kirchenjahr, konnten die Besucher beim Bibelmarathon teilnehmen, Weine der Bibel testen, oder bei Meditationsübungen zur Stille kommen.

„Die Gemeinden haben sich sehr viel Mühe gegeben, es macht Spaß rundzugehen und sich die verschiedenen Angebote anzuschauen“, stellte ein Besucher fest. „Am Besten hat mir jedoch die Idee gefallen, eine Gemeinde zu bauen aus Glauben, Liebe, Hoffnung und Gemeinschaft und sich bewusst zu machen, was eine Gemeinde braucht, um wachsen zu können.“

Denkanstöße zu dem Thema des Tages „Wir sind so frei“ gab es bei Podiumsdiskussion und Bibelarbeit. Gerhard Robbers, Professor für Öffentliches Recht, Kirchenrecht, Staatsphilosophie und Verfassungsgeschichte an der Uni Trier, betonte in der Bibelarbeit, dass Freiheit nicht gleich Ungebundenheit sei aber mehr sei als die Möglichkeit, wählen zu können. „Freiheit“, so erklärte Robbers „ist die Möglichkeit selbst Sinn stiften zu können und dabei neue Horizonte zu öffnen."

Wie das Gegenteil zu Freiheit aussieht, davon erzählte Helmut Becker aus Idar-Oberstein. Becker wurde im Alter von 16 Jahren von der Gestapo als Volksschädling verhaftet und im Jugend-KZ Moringen interniert, wo er in unterirdischen Munitionswerkstätten arbeiten musste „ Es ist unvorstellbar wie fanatisch die Deutschen waren“, berichtete Helmut Becker.  

Zum Abschluss des Tages feierten die Besucher und Besucherinnen einen gemeinsamen Gottesdienst. Musikalisch wurde der Gottesdienst von den 100 Sänger und Sängerinnen des  Projektchors gestaltet, der eigens für diesen Tag zusammenkam. Monsignore Georg Bätzing überbrachte am Ende des Gottesdienstes die Grüße von Bischof Stefan Ackermann und lud ein zur Heilig-Rock-Wallfahrt 2012 „...und führe zusammen, was getrennt ist". Superintendent des Evangelischen Kirchenkreises Duisburg, Armin Schneider, freute sich über die Verbundenheit der beiden Kirchenkreise durch das Duisburger Motto „Wir sind so frei“.