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Das Unrecht ließ ihn zeitlebens nicht mehr los - Evangelische Gemeinde gedenkt Pfarrer der Bekennenden Kirche
Trier – Am 24. Januar 2010 veranstaltet die Evangelische Kirchengemeinde Trier einen Gedenkgottesdienst zu Ehren des ehemaligen Trierer Pfarrers Klaus Lohmann, der an diesem Sonntag 100 Jahre alt geworden wäre. Der Gottesdienst beginnt um 10 Uhr im Caspar-Olevian-Saal.
In dem Gottesdienst geht es um Leben und Haltung des Pfarrers der Bekennenden Kirche. „Wir können viel von ihm lernen“, so Pfarrer Ulrich Dann. „Er war nicht nur ein Held, sondern ein Mensch, der von eigenen Zweifeln getrieben wurde und immer wieder bei Gott Rat und Halt suchte.“
Von 1938 bis 1939 war Lohmann als Hilfsprediger in der Bekennenden Gemeinde in Trier tätig. Er war einer der wenigen Pfarrer, die sich während des Nazi-Regimes öffentlich gegen den Nationalsozialismus aussprachen und sich für die Juden einsetzten.
Nach der Reichspogromnacht im November 1938, in der jüdische Einrichtungen zerstört wurden und die systematische Vernichtung der Juden begann, sagte er in seiner Predigt: „Auch die Juden können unsere Brüder sein, und sie sind es heute, wenn ihnen die Welt die Barmherzigkeit versagt. Wehe uns Christen, wenn wir uns an der Judenverfolgung der Welt beteiligen! Es gilt: Was ihr getan habt einem unter diesen meinen geringsten Brüdern, das habt ihr mir getan.“
Klaus Lohmann musste sich aufgrund seiner öffentlichen Kritik und seines Bekennermutes einer ständigen Überwachung aussetzen. In den 17 Monaten, die Lohmann in Trier war, wurde er insgesamt 12-mal von der Gestapo verhört. Durch die Einberufung in die Kriegsmarine rettete sich Lohmann vor weiteren Verfahren.
Rückblickend sagte Lohmann über seine Zeit in Trier: "Für mich waren die kurzen-langen Trierer Monate keine Sache meines Mutes, sondern meiner Überzeugung. Aber, bitte keine Heldenstory - ich hatte oft Angst. (...) Rückblickend muss ich sagen: hätte ich doch mehr Zivilcourage gehabt! Man hätte ja in Wirklichkeit ganz anders, viel deutlicher reden müssen! Aber dann, das ist nicht zu hoch gegriffen, wäre ich wohl nicht mehr unter den Lebenden. Und zum Märtyrer hatte ich wohl nicht das Zeug."
Klaus Lohmann hat sich zeitlebens mit diesem Kapitel deutscher Geschichte und seines Lebens befasst. „Denn mit Verdrängen ist nichts. Die Vergangenheit ist nicht passé. Sie ist ein Stück unseres Lebens.“
Nach 1945 wurde er Pfarrer in Bergneustadt, in Düsseldorf und zuletzt in Bonn-Bad Godesberg, wo er am 25. Februar 2002 starb. Seine Tagebücher hat er dem Schriftsteller Walter Kempowski vermacht, der ihn in seinen „Echolot“-Bänden als Zeitzeuge zu Wort kommen lässt.
2001 ehrte die Evangelische Kirchengemeinde Trier Klaus Lohmann, indem sie dem neuen Gemeinde- und Pfarrhaus auf der Tarforster Höhe seinen Namen gab: Klaus-Lohmann-Haus.
