Kennen Sie „Wenn-dann-Gedanken“? Wenn ich endlich Zeit habe, dann wird alles anders. Dann werde ich mehr Zeit mit meinem Mann verbringen. Suche mir einen neuen Job. Fange an, etwas für mich zu tun.
Es ist gut und sinnvoll die Zukunft zu planen. Ideen für später zu haben. Mehr ...
... Nur leider birgt es die Gefahr, dass es anders kommen kann, als wir denken. Dass die Umstände sich verändern. Oder, was nicht weniger tragisch ist, dass wir unsere Ideen, Wünsche und Pläne einfach vergessen.
Der Evangelist Matthäus kennt dieses Problem und deswegen erzählt er folgende Geschichte:
Da ist ein Fürst, der will für eine Zeit ins Ausland gehen. Deshalb gibt er jedem seiner Knechte Gold und erteilt ihnen den Auftrag damit zu handeln. So dass sie, wenn der Fürst wiederkommt, das Gold vermehrt haben. Der eine Knecht geht los, handelt und verdoppelt seinen Betrag. Der andere aber vergräbt das Gold in der Erde.
Und als der Fürst zurückkommt, gibt er dem Fürsten genau den gleichen Betrag wieder zurück. Darüber ist der Fürst enttäuscht, denn er hat mehr erwartet. Ich glaube, dass unser Leben ein solcher Schatz ist. Ein Schatz, den wir von Gott empfangen haben und aus dem wir etwas machen sollen.
Etwas aus unserem Leben machen, bedeutet für mich: Leben wirklich zu leben. Machen Sie was aus ihrem Leben! Leben Sie jetzt!
„Gell, Papa, die darf mich nicht einfach so schubsen, dass ich umfalle?“, versichert sich meine Tochter. Nein, das darf sie nicht. Oft genug reden wir darüber, was „man“ darf und was nicht. Das ist nicht nur für Kinder interessant. Mehr ...
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In dieser Woche wurde öffentlich über Moral und Gebote in den Kirchen diskutiert. Alkoholisiert ins Auto steigen und losfahren, sexueller Missbrauch – das darf nicht sein. Und wer es trotzdem tut, muss die Verantwortung dafür übernehmen und wird zu Recht bestraft.
Die Gesellschaft insgesamt diskutiert seit Wochen über die Frage: was ist erlaubt? Beim Bundeswehreinsatz in Afghanistan oder dem Ankauf gestohlener Daten von Steuersündern ist es nicht mehr so einfach wie bei vielen kindlichen Auseinandersetzungen. Die zehn Gebote geben die Richtung vor. Darauf bauen seit Jahrtausenden unsere Gesetze und Regeln auf.
Prinzipiell gilt: was mir und anderen schadet, ist verboten. Und wer dagegen verstößt, muss die Folgen tragen, mit seiner Schuld zurecht kommen, sich entschuldigen. Das ist nicht immer einfach. Weder für Kinder noch für Erwachsene. Einzusehen, ich habe Fehler gemacht und sich das einzugestehen, ist schwer. Noch schwerer ist es, wenn Zweifel quälen oder die Alternative nur die zwischen Pest und Cholera ist.
Grundsätzlich ist es gut, dass in Kirche und Gesellschaft öffentlich über Moral und Ethik diskutiert wird. Dabei geht es auch um die Frage, welche Auswirkungen mein Handeln für andere hat. Wichtig ist mir dabei auch: Wenn ich schuldig geworden bin, lebe von der Vergebung Gottes. Und davon, dass mir andere vergeben. Ich muss für meine Taten und Fehler gerade stehen. Aber ich weiß auch, dass Gott mich immer mit offenen Armen empfängt.
Pfarrer Dr. Jörg Weber, Evangelischer Kirchenkreis Trier
„Wir nennen ihn iPad“, lässt der Chef der Computerfirma mit dem angebissenen Apfel diese Woche verlautbaren. Ein magisch anmutender, die Welt angeblich revolutionierender Kleincomputer ist geboren. Mehr ...
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Schon Tage und Wochen vorher werden Emotionen geweckt und eine unglaubliche Spannung aufgebaut. Alles soll anders, einfacher werden, auch das Lesen von Büchern unterwegs. „Das Spiel wird auf Null gestellt“, ist sich ein Buchverleger sicher.
Wird der iPad nun auch den Buchmarkt völlig umkrempeln? Was für den einen ein riesiges Geschäftspotential eröffnet, ist für den anderen eher der von Eva angebissene Apfel der Versuchung, den sie Adam reicht. Und der nächste ruft gleich das Ende des gedruckten Wortes aus. Was wird dann aus der Bibel, dem Buch der Bücher?
Natürlich gibt es sie schon längst als elektronisches Buch. Ich kann sie auf modernen Handys lesen. Deshalb ist es für mich auch völlig egal, ob jemand die Bibel als Buch mit Goldschnitt in die Hand nimmt. Oder sich auf einem silbernen Alucomputer die Geschichten von Gott und Jesus zu Gemüte führt. Hauptsache, sie wird gelesen.
Die Bibel und andere Bücher gehören für mich zum Alltag. Kaum ein Tag, an dem ich kein Buch in Händen halte und darin lese. Mein Leben und mein Glaube werden durch gute Geschichten bereichert.
Beim Lesen der Geschichte von Adam und Eva und der Schlange fällt dann übrigens auf, dass von einem Apfel der Versuchung gar keine Rede ist. Nur von einer verlockenden Frucht.
Neben dieser überraschenden Erkenntnis gibt es in der Bibel aber noch mehr zu entdecken: zum Beispiel hoch spannende Geschichten mit tiefen Einblicken in das Wesen Gottes und der Menschen. Aber lesen Sie selbst. Meinetwegen auch auf einem Computer mit angebissenem Apfel.
Im Jahr 2010 wird Ökumene groß geschrieben. Der Ökumenische Kirchentag vom 12. bis 16. Mai in München wirft sein „Licht“ voraus. Der 31. Januar soll in den Diözesen und Landeskirchen als Sonntag zur Einstimmung auf dieses Großereignis begangen werden. Mehr ...
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Die Ökumenische Woche zur Einheit der Christen setzt immer zu Beginn des Jahres einen besonderen Akzent.
Gleich ob man das vorgeschlagene Thema der jeweiligen Woche aufgreift oder sich „nur“ gegenseitig besucht, in Kontakt bleiben und Gemeinsamkeiten pflegen, bringt die Gemeinden einander näher. So wächst sowohl das Wissen um das, was eint, als auch das Verständnis für die Unterschiede im Glauben.
Durch gegenseitige Besuche, Kanzeltausch oder gemeinsame Veranstaltungen wird die Einheit im Glauben ein Stück mehr Wirklichkeit. In Saarburg z.B. geriet der gemeinsame Kreuzweg zu einem Großereignis, das alle Erwartungen übertraf. Gemeinsam auf dem Weg sein, das bringt Freude und stärkt das Bewusstsein der Einheit, einer Einheit trotz Verschiedenheit.
Trotz Verschiedenheit die Einheit zu pflegen, darauf legte schon der Apostel Paulus wert. In seinem Brief an die christliche Gemeinde in Rom schrieb er: „Die brüderliche Liebe untereinander sei herzlich. Einer komme dem anderen mit Ehrerbietung zuvor. … Seid eines Sinnes untereinander.“
Ich verstehe das so, dass es darauf ankommt, trotz unterschiedlicher Auffassung z.B. im Amtsverständnis und bezüglich der Eucharistie und des Abendmahls, die Grundlage des Glaubens, nämlich Christus, nicht aus den Augen zu verlieren. Denn die Einheit ist uns aufgegeben. Dass die Unterschiede nicht mehr trennend wirken, das ist meine Hoffnung für den Weg der Konfessionen.
Sehr deutlich kritisierte die Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland die deutsche Afghanistan-Politik. Mehr ...
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In ihrer Neujahrspredigt stellte Margot Käßmann fest: „All diese Strategien, sie haben uns lange darüber hinweggetäuscht, dass Soldaten nun einmal Waffen benutzen und eben auch Zivilisten getötet werden. (…) Wir brauchen mehr Fantasie für den Frieden, für ganz andere Formen, Konflikte zu bewältigen.“
– Für ihre Predigt ist die Theologin heftig gescholten worden. Ich meine: Zu Unrecht.
Denn in der Tat: „Nichts ist gut in Afghanistan.“ Das Konzept der gewaltsamen Befriedung ist gescheitert. Die Taliban sind stärker denn je. Und die Regierung Karsai zählt zu den korruptesten auf diesem Planeten. Von demokratischen Strukturen ist das Land Lichtjahre entfernt. Wie kann unter diesen Bedingungen Frieden gedeihen?
Mit einem Weiter-so-wie-bisher ganz sicher nicht. Das zeigen die Erfahrungen der vergangenen Jahre. Ein Strategiewechsel ist bitter notwendig. - Der Blick in die Geschichte zeigt: Der scheinbar endlose Kreislauf von Krieg und Gewalt lässt sich durchbrechen.
Die friedliche Revolution in Deutschland vor 20 Jahren ist dafür ein Beispiel. Sogar Gebete und Kerzen können ein Unrechtsregime zum Aufgeben zwingen. - Der Blick in die Geschichte gibt mir Hoffnung: Der Kreislauf von Krieg und Gewalt lässt sich durchbrechen.
Margot Käßmann hat mit ihrer Predigt einen wichtigen Anstoß gegeben für eine notwendige Debatte. „Wir haben Hoffnung für diese Welt und über diese Welt hinaus. Deshalb können wir die Spannung aushalten zwischen Erschrecken und Gottvertrauen, zwischen Ängsten und Mut zur Weltverbesserung.“ Das sagt die Theologin ebenfalls – in derselben Predigt.
Jungfräulich lag er da – der neue Kalender für 2010. 365 Tage voller Platz und ohne Termine. „Herrlich! Welch ein Lotterleben wäre möglich“, dachte ich mir genüsslich und habe mich eine Woche erfreut an dem Gedanken, einfach mal nichts einzutragen. Mehr ...
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Immerhin habe ich mir ja vorgenommen für 2010, nicht mehr von einem Termin zum nächsten zu hetzen, sondern mir doch Ruhepausen zu gönnen. Leider legte sich neben den jungfräulichen Kalender bald eine Liste mit Terminen und eine vorläufige Jahresplanung. Gar nicht herrlich.
Es hilft nichts – die Termine soll ich mir ja merken. Also, habe ich sie brav eingetragen: Sitzungstermine und was sich sonst noch alles auf den Terminzetteln fand, dazu die Geburtstage. Dahin das Lotterleben!
Nun weiß ich, wann welche Sitzung ist und wo eine Geburtstagskarte geschrieben werden muss. Es gibt jetzt schon Tage im neuen Jahr, da werde ich von Termin zu Termin hetzen.
Und es wird auch 2010 Tage geben, voller Ärger und voller Freude und voller Sorgen. Und den guten Vorsatz, sich selbst zwischen-durch mal eine Ruhepause zu gönnen schon über Bord geworfen?
Sie werden schmunzeln – aber den habe ich mir auch in den Kalender geschrieben. Ich habe einfach willkürlich zehn Tage aufgeschlagen und mir den Satz hineingeschrieben „Vergiss nicht durchzuatmen!“ Der Satz wird mich daran erinnern, nicht immer von Termin zu Termin zu hetzen, mich nicht ärgern zu lassen, mir nicht zu viele Sorgen zu machen.
Nicht umsonst hat Jesus gesagt: „Darum sorget nicht für morgen, denn der morgige Tag wird für das Seine sorgen. Es ist genug, dass jeder Tag seine Plage hat.“
Es mag durchaus auf der einen Seite eine Art von Vernunft sein einmal durchzuatmen oder einmal eine RAst zu machen doch es klingt auf der anderen Seite für die meisten Menschen eher wie eine Utopie. Mehr ...
... Wenn man noch eine Art "Friede, Freude Eierkuchen" Leben hat mag man mal Rast einlegen können aber immer mehr Menschen werden von so schlimmen Dingen gebeutelt das es in Sachen Rast einfach keine Chance gibt.
Die Bibel selbst spricht nicht nur von schönen Sachen, tolle Zeiten usw. Nein die Bibel spricht auch salopp vom Ende. Ein Ende das durchaus so schreckliche Zeiten bringt das man dies kaum beschreiben kann.
Gott machte RAst (betont) nachdem seine Schöpfung beendet war. Wir Menschen werden wohl nie mit unseren Schöpfungen ein Ende finden und sicher mit den Schöpfungen anderer Leute viel zu tun haben. Wir machen vll. viel zu sehr eigene Schöpfungen und werden so nie und nimmer eine Ruhe finden.
Ein Konfirmand sagte in der letzten Stunde vor den Weihnachtsferien. „Eigentlich schade, dass ich nicht mehr ans Christkind glaube – das war eine sehr schöne Zeit.“
Was er meinte, war die Zeit der Kindheit, als das Christkind noch die Geschenke brachte und den Weihnachtsbaum schmückte. Mehr ...
... Jene Zeit, die vor lauter Geheimnissen nur so knisterte; die heimliche Zeit, für die gerade die Kinder ein besonderes Gespür haben. Aber dann wird man ja erwachsen und die heimliche Zeit wird unheimlich hektisch und viele Geheimnisse bleiben einfach auf der Strecke. Aber was bleiben kann und soll, ist der Glauben ans Christkind – wahrlich nicht in Geschenke bringender Funktion, aber in der, wie es die alten Lieder besingen. „Glaubt an Gott und glaubt an mich!“ heißt es in der Jahreslosung für 2010 - aus Joh 14,1. Aus dem Kind in der Krippe ist ein Mann geworden, aber als der Christus Gottes ist er ein und derselbe zu welcher Zeit auch immer.
Wir gehen jetzt in ein neues Jahr mit allen unseren Hoffnungen und Befürchtungen, und nicht wenige Menschen meinen, damit sei Weihnachten schon wieder vorbei. Nein! Wir nehmen Weihnachten mit. Dieses Fest liegt nicht einfach hinter uns – auch wenn wir mit der Jahreslosung in ein neues Jahr gehen. „Glaubt an Gott und glaubt an mich!“ An das Kind in der Krippe und den Jesus auf dem Weg ans Kreuz. „Euer Herz erschrecke nicht!“ So erinnert euch und nehmt dies mit:
In dunkler Nacht – ein weites Feld,
im Funkellicht – das Sternenzelt,
ein alter Stall – verloren klein.
Noch läuft keine Hirte und kein
Kind liegt in der Krippe,
nur der Wind fegt über Gräser, Stock und Stein.
Feuer in der Ferne glimmen,
Hirten bei den Herden stimmen
Lieder ihres Glaubens an,
einst wird kommen - wie verheißen,
der, der Gottes Sohn wird heißen,
er wird kommen – irgendwann.
Der Wind ergreift die Hirtenlieder,
trägt durch die Nacht sie – und dann wieder
kehrt er zum alten Stall zurück.
Den Gott zum Heiland hat erkoren,
wird hier im Stall zur Nacht geboren,
der Himmel öffnet sich – ein Stück.
Ein Stern erstrahlt in dieser Nacht,
hat Weise auf den Weg gebracht,
sie folgen seinem hellen Schein.
Und hören von den alten Worten:
In Bethlehem – vor allen Orten,
von dort soll der Messias sein.
Nach Bethlehem – schon in den Wehen,
die letzten Schritte zum Stall gehen,
Maria, auserwählte Magd,
mit Josef, der sie stützt und trägt,
zu Ochs und Esel niederlegt,
wie es dereinst vorhergesagt.
Die Nacht entfaltet alle Pracht,
als dieses Kind zur Welt gebracht,
von dem die Engel singen.
Das Wort ward Fleisch – es ist geschehen,
nun laufet, um dies Kind zu sehen.
Es wird euch Rettung bringen.
So steht nun auf und folgt dem Licht,
habt keine Angst – fürchtet euch nicht,
in der Krippe sollt ihr seh`n,
das Heil der Welt – des Höchsten Sohn,
der herabstieg von dem Thron,
er will den Weg der Menschen geh`n.
Hirten laufen, Weise kommen,
wer die Botschaft hat vernommen,
beugt sein Knie vor diesem Kind.
Die heil`ge Nacht nimmt euch hinein,
in die Weihnacht und ihr Schein,
umfängt, die voller Sehnsucht sind.
Nicht in des Tages hellem Licht,
das Reich des Herren hier anbricht,
es ist die Nacht, die er erwählt,
die seit der Zeit die Heil`ge heißt,
und die uns in die Stille weist,
die das Geheimnis weiterträgt.
In dunkler Nacht – ein weites Feld,
im Funkellicht – das Sternenzelt,
ein alter Stall – verloren klein.
Und in der Krippe liegt das Kind,
seit dem wir Kinder Gottes sind,
und ich bin sein und er ist mein.
Weihnachte geht vll. weiter ... berg ab.
Auch in diesem Jahr ist es ein trauriger Fakt das viele obdachlose Menschen (Jesus war bei seiner Geburtin diesem Sinne auch Obdachlos)bei der Kälte sterben. Man findet Menschen unter Brücken, im Park oder vll. in einem Hauseingang - tot. Mehr ...
... Einfach auf der Strasse erfroren.
Manchmal, traurig, ganz in dr Nähe einer Kirche aber die war auch in der heiligen Nacht einfach zu. Obschon die meisten Kirchen wahrlich keine so tolle Heizung haben scheinen, den bischen Schutz hätte dem Obdachlosen das Leben gerettet.
An Weihnachten 2009 war es wohl genau so wie bei de Geburt von Jesus:
Haus und Herz waren einfach geschlossen.
Man konzentrierte sich auf sein Wirken, man könnte manchmal sagen auf seine Scheinheiligkeit und zwei, drei Tage süäter ging Weihnachten weiter. Auf ein nächstes Jahr.
Eine kleine Bilanz: ca. 20 Menschen sind um die Weihnachten in Europa erfroren; wir hatten in Deutschland rd. 5.700 Vermisste. Nimmt man die Zahlen von AIDS, Krieg und Terror noch hinzu ist jedes neue Weihnachten immer wieder ein kleiner Horror.
...und wie jedes Jahr Weihnachten sind die Türen der Kirchen einfach zu.
Sie gehört zu diesen Festtagen, jene seltsam anrührende, meisterzählte Geschichte, die viele in ihren Anfängen sogar auswendig können in der Fassung, die der Evangelist Lukas festgehalten hat. Sie gehört zu den großen Stücken der Weltliteratur. Mehr ...
... Lukas, von dem wir relativ wenig wissen, hätte sich wohl sehr gewundert über die weihnachtlich-festliche Wirkung der Erzählung. Ihm ging es doch darum, den Menschen nahezubringen, dass Jesus, das Kind des Bauhandwerkers Joseph und seiner Ehefrau Maria, aus Nazareth in Galiläa, der als Aufrührer oder Terrorist von der römischen Besatzungsmacht gekreuzigt wurde, nach einem Gerichtsverfahren, in dem der Druck der Straße die Unabhängigkeit des Gerichtes ausschaltete, der seinen Anhängern aber danach als der Lebendige erschien und ihr Leben völlig veränderte, dass er die menschgewordene Liebe Gottes ist.
Die Besonderheit der Geschichte ist in der Tat nicht zu fassen ohne die Auseinandersetzung mit seiner Kreuzigung und dem Ostermorgen mit dem neuen Leben, das - für den Tod nicht mehr verfügbar - nun uns Menschen versprochen ist. Und ich ahne beim Nachdenken über sein Leben, wie gefährlich es ist, das eine vom anderen zu lösen, die Geburt des Christus zu trennen von dem, was er lebte, sagte, wie er starb und auferstand. Ich ahne wie gefährlich es wird, Weihnachten zu begehen, ohne die ganze Geschichte des Jesus von Nazareth zu betrachten. Denn ohne Kreuz und Auferstehung wird Weihnachten unverbindlich, ungefährlich, schlichtweg entschärft, in seiner Belanglosigkeit unbarmherzig denen gegenüber, die sich nach Annahme und Veränderung der Verhältnisse sehnen, die sich angesichts ihrer persönlichen Bilanz am Ende des Jahres 2009 vom Leben abgehangen fühlen, nicht wissen, was sie eigentlich feiern sollen.
Darum möchte ich neu hinhören auf die Botschaft von Gottes Liebe zu uns Menschen, mich anregen lassen, Wege zu suchen, wie diese Botschaft in meinem Leben Gestalt gewinnen kann im Eintreten für Frieden, Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung und mich ermutigen lassen, solche Wege zu gehen. Ihnen und allen, die Ihnen nahe stehen von Herzen ein gesegnetes Christfest
Die Vorstellung davon, was ein optimales Weihnachtsfest ist, scheint sich an Bilderbüchern zu eichen. Vor dem geistigen Auge sehe ich folgendes Bilderbuch-Weihnachten ...
Fangen wir mit einem Detail an. Irgendwie ist die beste Wärmequelle für ein optimales Weihnachtsgefühl ein Kamin. Mehr ...
... So einer, wo man oben auf einem Sims goldene Standuhren, prachtvolle Zierkelche und sonstigen Ebay-Kram daraufstellt.
Der Kamin braucht natürlich ein entsprechend großflächiges Wohnzimmer. In so einem Festsaal passen auch die ganzen Gesichter rein. Die Gesichter von den vielen Gästen, die unbedingt zum „Ambiente“ gehören.
Darunter viele Kinder in verschiedenen Längen. Kleine Kinder auf dem Schoß der Eltern, mittelgroße mit Rotbäckchen vom Rumtollen. Und eines ist mal klar, es ist alles perfekt.
Alles bleibt heile, die Gespräche sind voller Harmonie, das Menü gelingt fernsehmäßig ausgezeichnet, die Geschenke scheinen wie vom Typenberater ausgesucht worden zu sein und anstrengend ist das alles natürlich überhaupt nicht, sondern geht so glatt von der Hand wie die glasige Oberfläche des zugefrorenen Sees im heimischen Garten ist.
Herrlich! Ein tolles Weihnachten. Allerdings ein Weihnachten, was so wahrscheinlich noch nie gefeiert worden ist. Irgendwas geht doch immer schief. Das Leben ist kein Ponyhof und Feste lassen sich nicht 1:1 aus dem Bilderbuch in die Realität hineinzaubern.
Vielleicht trennen den einen nur wichtige Details von dem idealen Fest wie z.B. ein Kamin im Wohnzimmer oder ein See im Garten. Bei manchen mangelt es an viel wichtigeren: an Menschen, die mitfeiern. Weihnachten ist ein Familienfest. Weinnachten ist ein Familienfest – gerade auch für die ohne eigene Familie. Denn im Mittelpunkt steht am Heilig Abend nicht die „schöne, bunte Kinderschar“, sondern das eine in Bethlehem geborene Kind. Dieses Gottkind spielt die Hauptrolle und hält am liebsten dort Einzug, wo es gar nicht so festlich anmutet.
Da wo keine Kinderaugen leuchten, sondern das Herz ganz schwer ist. Da wo kein festlicher Braten auf dem Tisch steht, sondern das Geld gerade noch für einen billigen Wein reicht. Da wo keine herzlichen Umarmungen und frohen Wünsche ausgetauscht werden, sondern der Hauch der Einsamkeit ganz kalt zu spüren ist.
Vielleicht fühlt es sich dort sogar besonders wohl, weil es die alleinige Aufmerksamkeit erhält. In der dunkelsten Nacht leuchtet der Stern am hellsten!
In der italienischen Sprache bedeutet „Advent“ nicht nur Ankunft, sondern auch Zukunft. Jesus Christus gehört die Zukunft. Nicht der Dunkelheit und dem Tod gehören also die Zukunft, sondern dem Licht und dem Leben.
In vielen dunklen Stunden können wir das Ende der Dunkelheit nicht erkennen. Mehr ...
... Es ist dann wichtig zu wissen, dass auch die Dunkelheit eines Tages vergeht, wenn Jesus Christus kommt.
Der Apostel Paulus knüpft an unsere Alltagserfahrung an. Er schreibt an die Christen in Rom: Wenn die Nacht am Dunkelsten und Kältesten ist, dann ist der Tag bereit nahe. Zwar kann niemand in diesem Moment den bevorstehenden Tagesanbruch sehen. Dennoch weiß jeder, dass er kurz bevorsteht.
Diese Gewissheit haben wir auch für unser Leben in den Momenten der Krise und der Dunkelheit. Wir können im Horizont des kommenden Lichts leben, wenn es nach menschlichem Ermessen hoffnungslos dunkel erscheint. Dabei geht es nicht allein um Aushalten und Durchstehen.
Im Horizont des kommenden Lichts werden wir frei, Gottes Liebe zu leben. Schlimme Verhältnisse vergehen, aber Gottes Liebe kommt. Sie ist stärker als der Tod. Denn Jesus Christus gehört die Zukunft.
Wo einer erkennt, dass Jesus Christus die Zukunft gehört wie dem kommenden Tag in der Mitte der Nacht, bei dem ist Jesus Christus angekommen. Advent – Zukunft und Ankunft im Horizont des Glaubens.